
Kronen Zeitung
RAPIDS HOFMANN:
„Unsere Fans waren schon immer einzigartig“
Die Rapid-Fans prägen seit der ersten Auflage 1967 die „Krone“-Fußballerwahl. Damals gewann mit der Unterstützung der grün-weißen Fans Leopold Grausam. Bis inklusive Guido Burgstallers Sieg 2024 gewann bereits 31 Mal ein Rapid-Spieler unsere Beliebtheitswahl. Der heutige Rapid-Geschäftsführer Steffen Hofmann ist mit fünf Erfolgen (2005, 2006, 2008, 2009, 2011) der interne Rekordhalter.
Er sagt: „Die Rapid-Fans waren schon immer einzigartig. Für viele ist der Klub viel mehr als nur Fußball, sie haben eine ganz tiefe Verbundenheit mit ihm. Sie geben Rapid viel, holen sich aber auch viel Energie für sich heraus. Der Klub gibt ganz vielen Menschen Halt. Deshalb ist es in meinen Augen ganz wichtig, dass wir so bleiben, wie wir sind. Dass wir ein Verein zum Anfassen bleiben.
Steffen kennt auch viele Fans persönlich. Beim 50. Geburtstag von Rapidwirt Charly Wendtner war Hofmann Überraschungsgast in dessen Gasthaus in St. Pantaleon im Bezirk Amstetten: „Charly war schon immer da. Bei Europacup-Auswärtsreisen ist die Gruppe nicht so groß, da habe ich ihn kennengelernt. Es war schön, ihm mit diesem Besuch eine Freude zu machen.“ Wendtner schenkt Steffen Hofmann-Bier aus. Zum Essen ist die häufigste Bestellung der Rapidwirt-Burger. Seinen alten Abo-Sitz im St. Hanappi hat mit mehreren anderen Sitzen für seinen Gastgarten erworben. Sein Herzensklub hat sein Leben in einem Punkt massiv verändert: „Ich habe durch die Europacup-Auswärtsreisen meine Flugangst verloren.“
Beim Club der Freunde des SC Rapid, der am 10. November 1951 gegründet wurde und einer der ältesten Fanclubs Europas ist, und dessen Obmann Martin Reiser ist Hofmann Stammgast. Erst im Oktober war der grün-weiße „Fußballgott“ mit Daniela Bauer, Geschäftsführerin Wirtschaft bei Rapid, im legendären Vereinslokal in Wien-Meidling bei einem Klubabend: „Dort gibt es einen Sessel, auf dem mein Name pickt, der nur für mich reserviert ist.“ Reiser sah am 10. November 1973 beim 3:1 gegen Austria Salzburg als 11-Jähriger sein erstes Rapid-Match auf der Pfarrwiese. Seitdem gibt es für ihn nur einen Verein. Der Burgenländer, der eine Spedition für Umzüge und Kunsttransporte hat, organisiert auch seit 1986 das Übersiedeln für Rapids Spieler und Trainer. Martin verwöhnt seine Kunden, hat dafür immer nur eine Bitte: „Ich möchte gerne das Dress, mit dem du dein erstes Spiel bestreitest.“ Mittlerweile hat er sehr zum Leidwesen seiner Frau fast 200 Dressen daheim.
Museum im Heuboden
Auch im zum Rapid-Museum umgebauten Heuboden von Andreas Frey in Hain bei Melk war Hofmann schon: „Das ist sehr beeindruckend. Unten hat er einen früheren Schweinestall zum Rapid-Stüberl umgebaut, oben ist alles bis auf einen Ort grün.“ Der Lokus ist violett. Frey lächelt: „Ein bisschen Spaß muss sein.“ Der Obmann des Rapid-Fanclubs Grüne Reblaus Wachau sagt: „Ich habe schon Spiele in über 240 Stadien in 24 Ländern gesehen. Ich war schon bei Inter gegen Milan, bei Liverpool gegen Everton und beim Manchester-Derby. Aber nirgends ist es über 90 Minuten so laut wie bei einem Derby in Hütteldorf.“
Über das legendäre Rapidhaus von Markus Takacs in Markt Neuhodis im Bezirk Oberwart sagt Steffen: „Dort war ich noch nicht. Aber dieses Haus kennt man. Das ist ein echtes Statement. Jeder kennt sich aus, was es in diesem Haus spielt. Dort wird Rapid gelebt. Es mag ein bisschen verrückt erscheinen, ich finde es aber richtig cool.“
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Bild: Mario Urbantschitsch


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